Was ist eine Cajaton?

Eine Cajaton ist ein Rhythmusinstrument. Eine robuste Kiste aus spezieller Pappe mit einer Schlagfläche aus dünnem Sperrholz. Sie hat einen schnarrenden Klang, ähnlich wie bei einer "Snare" beim Schlagzeug und einen satten Basston. Die Cajaton wird im Sitzen, Stehen und Gehen gespielt - mit den Händen, den Fingern sowie mit verschiedenen Schlegeln, wie z.B. Boomwhackers oder Besen.

Das ideale Einstiegsinstrument für Kinder und Erwachsene in die Welt von Trommeln und Rhythmus - ob Kindergarten, Grundschule, weiterführende Schulen oder offene Jugendarbeit. Auch im Bereich der Erwachsenenbildung und in Unternehmen/Einrichtungen geben Cajaton Bau- und Spielprojekte wertvolle Impulse für Gruppengefühl und Teamgeist .

Der individuellen Gestaltung mit Farben und unterschiedlichen Designs
sind keine Grenzen gesetzt.

Entwicklung: Idee und Umsetzung

Die Cajaton wurde von den Musikpädagogen und Instrumentenbauern Boris Lanz (Schweiz) Rolf Grillo und Peter Graef (Deutschland) aus der Cajon entwickelt, die in den letzten Jahren in der percussiven Musikwelt und in der Musikpädagogik sehr populär geworden ist. Die Idee war, ein preisgünstiges, gut klingendes, robustes Musikinstrument zu entwickeln, das leicht von Kindern gebaut werden kann. Boris Lanz kam in der Schweiz als erster auf die Idee und konstruierte einen Prototyp so, dass eine hundert Kilo schwere Person darauf sitzen und spielen kann, ohne dass sich das Material verformt oder in die Brüche geht.

Rolf Grillo war begeistert, gemeinsam mit Peter Graef, Sigfried Mössinger und Boris Lanz wurde das Instrument kreativ und professionell weiterentwickelt. Durch spezielle Verstrebungen im Inneren können z.B. kleine Kinder (Kindergarten) auch auf der Längsseite spielen und so mit den Füßen die Erde berühren.

Die Kiste ist ökologisch im Einklang mit der Natur, weil 100% aus Recycling-Pappe, die mit Stärkeleim geklebt ist (Resy-Zeichen). Die Schlagfläche ist aus Birkenfunier.

In der Schweiz lautet die Internetadresse:
www.cajaton.ch

Geschichte: Die Kisten-Story

Die Cajón (ka‘xon, span. Schublade oder auch (Holz-)Kiste)- ursprünglich eine Transportkiste für Fische oder Südfrüchte, die ihren Ursprung in Peru und Kuba hat.

Wie in vielen anderen Ländern Südamerikas arbeiteten dort afrikanische Sklaven, denen es verboten war, ihre Religion auszuüben und ihre Kultur zu leben.
Dies war für die Großgrundbesitzer bedrohlich und wurde mit allen Mitteln unterdrückt.
Tanzen, Trommeln und Singen hat in vielen afrikanischen Lebensbereichen entscheidende Funktionen für die Gemeinschaft. Rituale und Feste sind darauf aufgebaut. Die Zusammengehörigkeit, die Bildung, gemeinsame Werte und Identität werden dadurch gestärkt, erneuert und weitergegeben.
Wie das Sprichwort sagt: „Not macht erfinderisch!“
Überall wurden neue Musikinstrumente erfunden.
Alltagsgegenstände, Naturmaterialien und Schrott, wie z.B. Dosen, Fässer, Kisten, Bremstrommeln - alles was interessant klang und nichts kostete - wurde zum Musikinstrument. Daraus entwickelten sich zum Teil hochwertige Musikinstrumente wie z.B. Congas und Bongos mit Spanntechniken aus Metall, karibische Steeldrums, die aus alten Ölfässern gebaut wurden, wie auch die Cajon und viele andere Instrumente.
Die Menschen spielten zunächst im Verborgenen ihre Rhythmen, Tänze und Lieder und bewahrten ihre Traditionen so gut wie möglich. Im Lauf der Zeit kam es immer mehr zu Vermischungen und neuen Kombinationen von Tänzen, Gesängen, Rhythmen und Musikinstrumenten mit anderen Kulturen. Daraus entstand allmählich eine Fülle von Musikstilen wie Blues, Gospel, Calypso, Soul, Reggae, Jazz, Hip-Hop, Samba, Salsa und viele andere.
Dieses musikalische Erbe prägt und beeinflusst die Musikkultur weltweit bis heute.
Cajónes werden inzwischen in zahlreichen Ländern in vielfältigen Ausführungen hergestellt. Sie sind seit den späten 1970er Jahren ein fester Bestandteil der Flamenco Musik. Inzwischen hat sich die Cajon als "Mini-Schlagzeug" in vielen Musikstilen und in der Musikpädagogik etabliert.